Namibia
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Namibia, Teil 2

Nach der super Versorgung auf dem Zeltplatz der Hammerstein Lodge, dachten wir, es könnte nicht mehr besser werden. Aber zu Glück fahren wir ja immer weiter. Die nächste Nacht waren wir auf einem Zeltplatz mitten im Nichts. Eigentlich total nett, nur leider viel zu heiß. Die Sonne knallte herunter und es gab keinen natürlichen Schatten.

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Glücklicher Weise gab es einen überdachten Raum zum Kochen. Dort verbrachten wir bestimmt 4 Stunden mit Spielen und Kochen, bis endlich die Sonne anfing unter zu gehen. Dann konnten wir die Zelte aufbauen. Die Mädchen spielten mit einem Baby, deren Eltern auch dort zelteten.

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Morgens hatten wir Glück und sahen ganz viele Bergzebras. Nils folgte ihnen und konnte sie von ganz Nahem beobachten.

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Zufrieden fuhren wir aus der Wüste in Richtung Küste. Die Fahrt hat uns allen Spaß gemacht, da wir immer wieder Zebras, Springböcke, Strauße und ähnliches gesehen haben.

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Eine wunderschöne, abwechslungsreiche Gegend, namens Naukluft Park, mit einer anschließenden Strecke durch die Wüste.

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Mittags kamen wir dann nach Walvis Bay. Viele, die wir kennen gelernt haben, hatten uns geraten nur durch diesen Ort durch zu fahren und in Swakopmund zu übernachten. Aber uns gefiel der Ort auf den ersten Blick so gut, dass wir uns nach einer Unterkunft umsahen. Am Meer war es sehr nebelig und nachts zu feucht zum Zelten, deshalb buchten wir für 3 Nächte ein kleines Selbstversorger Haus.

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In der Umgebung von Walvis Bay werden einige Touristenaktivitäten angeboten. Aber an diesem Nachmittag reichte es uns vollkommen, die vielen Flamingos anzusehen, die in der Lagune waren.

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Auch Pelikane konnten wir beobachten.

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Dort, in dieser kleinen Stadt, fühlten wir uns das erste Mal, nicht nur fern von jeglicher, menschlicher Ansiedlung, richtig wohl. Wir liefen durch die Straßen und hatten keine Angst.

Es gibt dort auch arme Menschen, aber das Gefühl der Bedrohung, was wir an den meisten größeren Orten in Südafrika hatten, fehlte. Wir haben nirgendwo schlechte Erfahrungen gemacht. Aber es ist ein Gefühl der Unsicherheit, auch genährt durch die vielen Berichte Einheimischer, die überlegen Südafrika zu verlassen, oder es schon verlassen haben.

Am nächsten Morgen fuhren wir zur Dune 7, eine riesige Düne am Stadtrand.

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Dort wollten wir Sandboarden ausprobieren, also mit Brettern/Platten die Dünen herunterrutschen. Dafür wurden wir mit Quads zur Düne gefahren und auch nach jedem Rutschen wieder oben auf die Düne gebracht.

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Das gefiel den Jungs so gut, dass sie anschließend auch noch eine halbe Stunde selber Quad fahren wollten. Als die Besitzer mitbekamen, dass sie das selber bezahlen müssen und wir auf Weltreise sind, schenkten sie ihnen noch eine Viertelstunde extra.

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Beide waren so begeistert, dass sie uns schon angekündigt haben, irgendwann auch ein Quad besitzen zu wollen. Für den nächsten Tag hatten wir uns entschieden, eine Kajaktour zu buchen. Eigentlich fahren die meisten Touristen mit einem Boot aufs Meer raus, um Delfine und Robben zu sehen, aber wir wollten lieber mal wieder etwas aktiv sein. Naudé holte uns morgens früh ab und wir fuhren mit seinem Geländewagen an eine Landzunge, Pelican Point. Schon auf dem Weg sahen wir Schakale, einen Strandwolf, Flamingos und Pelikane. Außerdem kamen wir an den Salzflächen vorbei, von denen, wegen ihrer Reinheit, hauptsächlich Salz für die Industrie gewonnen wird. Als wir ausstiegen befanden wir uns direkt neben der großen Robbenkolonie. Jeder bekam Regenkleidung und Schutzweste und dann durften wir lospaddeln.

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Es machte allen riesigen Spaß und wir hatten sogar das Glück, dass Delfine zu unseren Kajaks kamen und drum herum schwammen. Hunderte junger Robben spielten die ganze Zeit mit unseren Paddeln und tauchten und spritzten fröhlich neben uns. Es war noch viel besser, als wir erwartet hatten. Direkt mittendrin zu sein, Pelikane und Flamingos am Strand, unbeschreiblich! Die Zeit verging viel zu schnell, aber dafür hatte Naudés Frau Nutellabrote für die Kinder mitgegeben, die gerne gegessen wurden. Sie kommt ursprünglich auch aus Deutschland und die beiden haben drei Kinder. Nachmittags kamen sie zu der Anlage wo wir wohnten und die Kinder spielten für eine Weile auf dem Spielplatz. Wir konnten uns nett unterhalten.

Bisher haben wir so viele interessante Menschen kennen gelernt, es macht echt Spaß Einblick in so verschiedene Lebensweisen zu bekommen.

Swakopmund sollte dann unser nächstes Ziel werden, aber die Kinder beschlossen schnell, dass sie lieber weiterfahren wollten. Die Touristeninformation mitten in der Stadt, war am hellichten Tag vergittert und musste extra für uns aufgeschlossen werden und direkt hinter und wieder abgeschlossen. Bei solchen Sicherheitsvorkehrungen fühlen wir uns alle nicht besonders wohl und so kauften wir nur ein und fuhren weiter.

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Wie hatten von Naudé einige Tipps bekommen und wollten versuchen die Zeit zu nutzen, um doch weiter nach Norden zu fahren. Aber mitten in der Wüste platzte uns plötzlich ein Reifen und Thomas schaffte es gerade so gut anzuhalten.

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Jesco half ihm ganz toll den Reifen zu wechseln und wir merkten wie anstrengend es Mittags in der Wüste ohne Klimaanlage ist. Da wird einem erst richtig klar, wie unmenschlich die Natur dort ist und wie geschützt man im Auto ist. Ohne Schatten brennt die Sonne gnadenlos auf einen herunter.

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Zum Glück hatten wir genug Wasser dabei… Es war kein gutes Gefühl ohne Reservereifen weiterzufahren. Nach ca. 1 Stunde kamen wir nach Uis, einem kleinen Ort, wo wir an einem Guesthouse zelten konnten. Der Zeltplatz war ganz klein und sauber, mit einem schönen Pool.

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Wir versuchten von dort aus mit Avis zu klären, wie wir an einen neuen Reservereifen kommen. Die kleine Tankstelle vor Ort hatte die richtige Größe nicht vorrätig und auch die im Umkreis kontaktierten nicht. Avis hätte uns einen geliefert, aber für jeden zurückgelegten Kilometer etwas mitüber einen Euro berechnet. Da die nächste Avis Station in Windhoek ist, wären das etwa 700 Euro gewesen. Dafür, das wir voll versichert sind, finde ich das echt unverschämt.

Ohne Reservereifen wollten wir mit den Kindern nicht noch weiter von Windhoek wegfahren. Deshalb ging es nach Erindi, ein privates Schutzgebiet, indem wir drei Tage zelten konnten.

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Auf dem Weg mussten wir noch eine Zwischenübernachtung auf einem Zeltplatz in Omaruru machen. Nichts besonderes, aber ok. Erindi war wunderschön. Jeder Zeltplatz hatte ein eigenes kleines Haus mit Badezimmer und Kochplatte.

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An einem Wasserloch konnten wir ganz toll Tiere beobachten und mit unserem Auto konnten wir durch das Schutzgebiet fahren. Die Kinder konnten sich alleine auf dem eingezäunten Gelände bewegen und wir wären gerne länger geblieben. Neben Walvis Bay, ganz klar eines unserer Highlights in Namibia. Wir sahen hauptsächlich Tiere, die wir schon vorher gesehen hatten, aber auch Gnu Familien, Nilpferde mit ganz kleinen Babys, viele Giraffen, Zebras, Elefanten…

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Nachts im Zelt hörten wir immer die Löwen, auch wenn wir sie nicht zu Gesicht bekamen, toll! Von Erindi aus fuhren wir langsam nach Windhoek. In dem kleinen Hotel in Aus hatten wir eine deutsche Familie kennengelernt. Antje ist Lehrerin an der deutschen Schule und lud uns spontan ein, sie in Windhoek zu besuchen. Markus erwartete uns schon und zeigte uns ihr Haus. Da es ein Gästezimmer mit Bad gab, bauten wir nur ein Zelt auf. Die letzten Nächte in Erindi waren sehr kalt gewesen. Tagsüber ist es schön warm, aber Nachts sind es nur noch 3 Grad. Deshalb waren die Mädchen und ich froh ins Haus zu dürfen. Die Jungs sind nicht so empfindlich, irgendwie kommen sie damit besser zurecht. Die beiden Tage bei Markus, Antje und ihren zwei Jungs waren für uns Gold wert. Es ist wunderbar, eine solche Offenheit bei Anderen zu spüren, die uns ja eigentlich gar nicht kennen. Die Familie nahm uns so herzlich auf und wir hatten eine sehr angenehme Zeit. Wir konnten in Ruhe die Zelte und Isomatten reinigen, unsere Wäsche waschen, alles umpacken und für die Flüge organisieren und währenddessen konnten die Kinder mit Florians Lego und Playmobil spielen und den Pool nutzten.

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Wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten ich die Lodge für die letzten zwei Tage vor unserem Abflug nicht gebucht. Direkt neben dem Flughafen und trotzdem sehr schön gelegen, ist sie ein teurer Posten gewesen. Aber wir haben die Zeit dort auch noch sehr genossen. Die Zimmer und das Essen waren super und wir nutzten die Chance einen Bushmen-Walk mit zu machen. Früh morgens ging es los und die zwei Buschmänner erklärten uns wirklich gut alle möglichen Tierspuren. Außerdem erfuhren wir einiges über das Leben der Buschmänner früher und heute.

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Am nächsten morgen um 5 Uhr ging es los zum Flughafen. Von dort aus ging es über Johannesburg nach Doha. Bevor wir durch die Security gingen, verschenkten wir unsere übrigen Wasserflaschen und Frühstückspakete. Wir würden im Flugzeug genug bekommen und die Menschen am Flughafen waren so dankbar. Diese extreme Armut zurückzulassen macht uns doch froh. Vergessen werden wir das nicht, aber es jeden Tag vor Augen zu haben, ist doch sehr belastend. Die zwei Monate im Süden Afrikas waren sehr interessant und wir haben so viele tolle Tiere gesehen, eine unglaubliche Natur erlebt und eine Menge netter Menschen kennen gelernt. An der Kultur der Menschen hier, vor allem der schwarzen Bevölkerung, haben wir nur wenig Anteil nehmen können. Es ist uns gerade mal gelungen am Rand zu kratzen. Richtig verstanden haben wir die meisten Sachen nicht und das finden wir sehr Schade. In vielen Bereichen hinterlässt das bei uns große Fragezeichen… Wir freuen uns jetzt auf neue Eindrücke in Asien und hoffen, dass sich alle dort freier und sicherer fühlen können.

10 Kommentare

  1. Nonna & Nonno sagt

    Hallo, Ihr Lieben, es hat sehr viel Spaß gemacht, diesen tollen und sehr interessannten Bericht zu lesen; ja es war richtig spannend, zu erfahren, was Ihr alles erlebt habt! Wir haben dann immer das Gefühl, „hautnah dabei zu sein“! Danke für diese schönen Einblicke, die Ihr uns damit gewährt. Herzliche Grüße an Euch Alle!!!

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    • Danke! Es ist immer nett, ein Feedback zu bekommen. Der Blog ist ja in erster Linie dazu gedacht, euch ein Stück teilhaben zu lassen. Prima, wenn uns das gelingt! Liebe Grüße an alle

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  2. Namibia ist ja irre, die vielen Tiere. 🙂 Habt Ihr Euch denn die ganze Zeit unsicher gefühlt oder schlechte Erfahrungen gemacht? Das habe ich bisher gar nicht rausgelesen. Ich wünsche Euch eine entspannte Zeit in Asien. LG Ines

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    • Hallo Ines, schlechte Erfahrungen haben wir nirgends gemacht! Ich habe auch lange überlegt, ob Afrika in unserem Blog zu schlecht wegkommt. Beide Länder sind unglaublich schöne und interessante Länder, auch für Kinder! Die Menschen, mit denen wir zu tun hatten, waren alle sehr freundlich und hilfsbereit! Die Unsicherheit war wirklich nur ein Gefühl von uns allen. Es ist schwierig zu beschreiben, aber für uns war es teilweise sehr anstrengend, uns nicht richtig frei bewegen zu können. Auf den Zeltplätzen und in der Natur war es entspannter; da mussten wir nur hinterher sein, dass die Kinder auf Schlangen und Skorpione achten. Bei vier aktiven Kindern, die gerne klettern, Steine hochheben etc., nicht immer ganz leicht. Aber sobald wir in Orten oder Städten waren, kam diese extreme Armut der schwarzen Bevölkerung dazu, die Müllberge und auch das Gefühl, dass hinter jeder Ecke eine potentielle Bedrohung lauert… Andere Menschen auf den Zeltplätzen, die teilweise aus Südafrika kamen, bestätigten dieses Gefühl; wir waren also nicht die Einzigen. Passiert ist wirklich nichts und ich hoffe, man kann in den Beiträgen auch die Freude an den Ländern herauslesen, die wir gespürt haben. Wir hatten uns halt viel mehr Kontakt und Einblick auch in die schwarze Bevölkerung erhofft, aber dafür sind die Gräben in Südafrika wohl zu tief.
      Liebe Grüße, Jana

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  3. Awesome, Jana…!!!
    Ganz fantastisch was ihr da mit euren kids macht…!!
    so viele beeindruckende Erlebnisse gebt ihr ihnen da mit auf den Weg, die ihnen keiner mehr nehmen kann… und euch natürlich auch nicht… Super..!!

    Can’t wait to hear your stories about South America… 🙂
    hugs and All the very, very best for you…!!
    Astrid

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    • Hallo Astrid, schön von dir zu hören! Ja, wir sind auch sehr dankbar und froh, dass wir eine so lange und intensive Zeit gemeinsam mit den Kindern verbringen können! Liebe Grüße, Jana

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  4. Markus sagt

    Hallo Ihr Lieben 6,
    bisher hatte ich immer nur Corinna oder Leon gefragt, wie es Euch geht, wo Ihr seid und so weiter. Nun habe ich mir die Zeit genommen und selbst alles nachgelesen und die tollen Fotos angesehen! Ich muß sagen es ist echt beeindruckend – und das nur vom lesen alleine. Am liebsten würde ich sofort in den Flieger und Euren Spuren folgen 🙂
    Ich wünsche Euch noch viele positive, bleibende Erinnerungen und vor Allem, daß Ihr gesund wieder nach Hause kommt – in den schönen Odenwald!
    Gaaaaaaaaaaanz liebe Grüße von den 6 zu Haus gebliebenen Wedekindern+Lenz´es
    Copyright Markus

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    • Hallo Markus,
      Prima, dass du es geschafft hast alles anzusehen. Es ist verrückt, wie schnell die Zeit vergeht und wieviel wir in der kurzen Zeit erlebt und gesehen haben. Grüß alle Zuhause ganz lieb.
      Jana

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  5. Antje Stein sagt

    Hallo ihr lieben Conradis,
    wir sind’s, die Steins. Das ist ja unglaublich, mit wie viel Liebe zum Detail ihr euren Blog gestaltet. Die Zeit mit euch haben wir ebenso schön und entspannt empfunden wie ihr. Florian fragt oft nach, wo ihr wohl gerade seid und hütet das von Jesco gebaute Logo-Raumschiff. Wir wünschen euch von ganzem Herzen eine weiterhin erlebnisreiche, tolle Reise mit wenigen Schrecken und schlechten Erfahrungen.
    Lasst von euch hören. Wir verfolgen euren Blog weiter … vielleicht bis zu einem Wiedersehen im Odenwald.
    Alles Liebe von Chrissy, Florian, Marcus, Antje und natürlich auch von Willy

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