Katar
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Doha / Katar

Unsere Kinder mögen Flugtage. Nils fällt das frühe Aufstehen sehr schwer, aber ansonsten finden sie das Fliegen an sich cool. Trinken was man möchte, leckeres Essen und dazu Filme gucken, soviel man mag.

Ich hatte vor diesen Flügen echt Angst, vor allem wegen meiner Thrombose. Diesmal habe ich schon 2 Tage vor dem Fliegen hochdosierten Blutverdünner angefangen zu nehmen. Dazu dann während dem Flug die Kompressionsstrumpfhose und natürlich viel Trinken und Bewegen. Gleich beim Einsteigen lasse ich mir immer eine 1,5 l Flasche Wasser geben, sehr praktisch auch, wenn die Kinder zwischendurch Durst haben. Trotzdem habe ich die ganze Zeit etwas Angst…

Der erste Flug, nach Johannesburg, war sehr kurz.

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Dann hatten wir 4 Stunden Aufenthalt, die wir dazu nutzten etwas zu essen und den Flughafen zu erkunden. Der internationale Bereich ist sehr nett aufgemacht und hat ein paar schöne Geschäfte zum bummeln. Da wir noch etwas afrikanisches Geld übrig hatten, konnten sich die Kinder noch jeder ein Heft kaufen und ich mir ein Buch. Die Zeit ging ganz gut rum und wir flogen mit Qatar Airways weiter nach Doha.

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Schon im Flugzeug merkte man, dass Katar eines der reichsten Länder der Welt ist. Die gesamte Ausstattung, das Essen, Geschenke für die Kinder; alles eine Nummer besser als bisher erlebt. Wir hatten zwei Dreierreihen hintereinander am Fenster. Unsere Standardaufteilung ist Mädchen/Jungs. Egal ob beim Zelten, bei Übernachtungen in zwei Zimmern, oder eben im Flugzeug. Das funktioniert eigentlich sehr gut, da die Interessen der Kinder dann ähnlicher sind und wir jeweils zwei gleichzeitig beschäftigen können.

Nadira und Tamina hatten sich schon gefreut, Filme gucken zu können, aber dann stellte sich heraus, dass Taminas Bildschirm nicht funktionierte. Sie versuchte erst bei Nadira mitzugucken, aber wollte dann doch lieber selber auf meinem etwas schauen. Also wechselte ich mich mit ihr ab, so richtig glücklich war sie damit aber nicht. Der eine Steward bemerkte dies und kümmerte sich dann ganz lieb um sie. Mal bekam sie Chips, mal Schokolade, oder er winkte ihr einfach nur zu. Das genoss Tamina sehr und würde am liebsten nur noch mit ihrem „Freund“ fliegen.

Durch die Zeitverschiebung war es mitten in der Nacht, als wir in Doha landeten. Die Einreiseformalitäten waren schnell geklärt und unsere Koffer zum Glück alle angekommen. In der Ankunftshalle wartete schon der Fahrer unseres Hotels auf uns und wir konnten kurz darauf müde in unsere Betten fallen.

Eigentlich waren die Hotels in Doha alle viel zu teuer, deshalb hatte ich schon vor über einem halben Jahr zwei Zimmer bei einer Familie, über AirBnB gebucht. Leider habe ich vor 3 Wochen plötzlich eine SMS bekommen, dass die Zimmer kurzfristig zurückgezogen wurden. Wir hatten fast kein Internet und mussten schnell Ersatz finden. Also buchten wir bei der nächsten Gelegenheit das günstigste Hotel, was in der Nähe des Flughafens war. Im Nachhinein gesehen, war es zwar sehr teuer, aber wahrscheinlich die bessere Wahl. Alle waren übermüdet und die Hitze tat ihr übriges. Sehr kommunikativ waren wir am nächsten Tag jedenfalls nicht. Wir versuchten auszuschlafen und dann in Ruhe zu frühstücken. Das Buffet war riesig und hatte alles, was wir uns wünschten. Sogar Nutella gab es zur Freude der Kinder. Jesco entdeckte mit Honig gefüllte Bienenwaben, die er gleich probierte.

Es gab auch andere asiatische und arabische Spezialitäten. Bis wir fertig waren und aus dem Hotel nach draußen gingen, war es fast Mittag. Die Hitze war so ungewohnt, dass wir als erstes ein Geschäft suchten, um Wasser zu kaufen.

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Es war ca. 45 Grad und für uns nicht zum aushalten. Der Spaziergang am Wasser entlang, mit Blick auf die Skyline von Doha, hätte uns normalerweise sehr viel Spaß gemacht, aber so wollten alle nur schnell zurück ins klimatisierte Zimmer.

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Etwas über eine Stunde haben wir dann den Hafen und die Gegend besichtigt, bevor wir uns für eine Weile zum Lesen auf die Betten legten. Nachmittags waren wir dann am Pool, den wir ganz für uns hatten. Als alle etwas abgekühlt und erholt waren, machten wir uns auf zum Souq. Obwohl es auch Abends nicht viel kühler ist, fiel es uns nun etwas leichter uns draußen aufzuhalten. Alle genossen es sehr, in einer so sicheren Stadt zu sein. Solange man auf den Verkehr achtgibt, können die Kinder vorlaufen oder zurückbleiben, wie sie wollen. Auch im Dunkeln kann man sich problemlos zu Fuß überall bewegen. Der Straßenverkehr ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig. Alle hupen ständig, fahren ganz knapp links oder rechts vorbei, sehr chaotisch wirkt das auf uns zumindest erstmal. Da in ganz Doha gebaut wird, gibt es an vielen Stellen keine Bürgersteige. Außer uns ist aber auch fast niemand gelaufen, auf Grund der Hitze fahren eigentlich alle immer mit dem Auto. Der Souq war sehr beeindruckend.

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Dort kann man wirklich so gut wie alles kaufen, sogar gefärbte Tiere. Der Tiermarkt ist nicht schön, aber interessant. Für uns ist die Grenze zur Tierquälerei an vielen Stellen überschritten, aber für die Menschen dort scheint es ganz normal zu sein.

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Viel lieber haben wir uns die verschiedenen handwerklichen Stände und Kleidungsstücke angeschaut.

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Die Mädchen haben die Schmuckgeschäfte sehr beeindruckt. Die Jungs fanden die berittene Polizei spannender.

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Nachdem wir einiges gesehen hatten, fanden wir ein nettes iranisches Restaurant, wo wir sehr gut zu Abend aßen.

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Auf dem Rückweg zum Hotel bewunderten wir noch die Skyline bei Nacht und schliefen dann erschöpft ein.

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Für den nächsten Tag hatten wir uns mit Gunnar und Corinna verabredet. Gunnar ist ein ehemaliger Klassenkamerad von mir und wohnt seit einigen Jahren mit seiner Frau und seinem Sohn in Doha. Da er arbeiten musste, hatte sich Corinna angeboten, uns abzuholen und Doha zu zeigen. Neugierig gingen wir um 10 Uhr in die Lobby, wo wir schon erwartet wurden. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, stiegen wir zu Corinna ins Auto und fuhren los. Im klimatisierten Auto war es deutlich angenehmer als in der draußen herrschenden Hitze. Deshalb guckten wir uns die meisten Sachen nur im Vorbeifahren an. Wirklich überall in Doha wird gebaut. Riesige Gebäude, ganze Viertel entstehen an jeder Ecke. Alles scheint gut durchdacht zu sein und wirkt teuer und ästhetisch. Gleichzeitig an vielen Stellen sehr steril und leer. Man fragt sich, wer all diese Flächen nutzen soll. Aber das Geld ist vorhanden und es ist wohl auch viel Prestigedenken dabei.

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Immer mal wieder verließen wir kurz das Auto, um etwas genauer anzusehen. An einer Stelle gibt es einen Stadtteil, der Venedig als Vorbild hat.

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Nachdem wir Tilman, den Sohn, aus dem Kindergarten abgeholt hatten, fuhren wir gemeinsam in eine große Mall, die innen an Venedig erinnern soll. Die Kinder fanden den Kanal toll und fuhren gleich eine Runde mit einer Gondel.

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Corinna besorgte landestypische Teigwaren zum Essen, die sehr lecker waren. Beim Erkunden der Mall, staunten wir nicht schlecht, als wir einen Vergnügungspark mit Achterbahn und Riesenrad entdeckten. Zum Glück reichte es allen ein Eis zu essen und weiter zu schlendern. Es gibt auch eine große Eisbahn und einen VIP-Bereich für wirklich Reiche, indem man alle Edelmarken antrifft.

Da wir nichts kaufen wollten, fuhren wir nach einer Weile zu Corinna nach Hause. Auf dem Weg kamen wir noch an einem der im Bau befindlichen WM-Stadien vorbei.

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Außerdem am Markt für Kamele und andere Tiere.

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Tilman war müde und machte Mittagsschlaf, während unsere Vier wieder begeistert alle Spielzeuge ausräumten und sich ruhig damit beschäftigten. Wir unterhielten uns eine Weile, bevor wir dann an den Pool des Wohnviertels zogen. Das Wasser war sehr angenehm kühl und wir schwammen ziemlich lange. Irgendwann kamen auch Corinna und Tilman und kurz darauf auch Gunnar. Nach einer großen Wasserspritzenschlacht, gingen wir wieder zurück zum Haus und bereiteten das Abendessen vor. Hinterm Haus haben die Drei einen kleinen Garten mit schöner Sitzecke, wo Gunnar für uns grillte. Außerdem bekamen wir noch Spezialitäten geliefert. Es war ein richtig schöner und entspannter Tag.

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Wir haben einiges von Doha gesehen und zumindest einen kleinen Eindruck gewinnen können. Gunnar und Corinna waren super nett und es hat allen richtig Spaß gemacht. Nachts, auf der Fahrt ins Hotel zurück, sind alle fast eingeschlafen. Aber am nächsten Vormittag konnten wir dann gemütlich frühstücken und packen, bevor uns jemand vom Hotel zum Flughafen fuhr. Die Koffer waren schnell aufgegeben und dann ging es noch einmal mit Qatar Airways weiter nach Colombo, ins nächste Abenteuer.

13 Kommentare

  1. Ingo sagt

    Die WhatsApp posts sind toll, um einen schnellen Eindruck zu bekommen. Ich warte aber immer gespannt auf Eure Berichte. Vielen Dank, dass Ihr uns an Eurem Abenteuer teilhaben lasst.

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Ingo,
      ja, die WhatsApp Bilder zeigen halt immer nur einen kleinen Ausschnitt. Für die Berichte auf dem Blog brauche ich immer halbwegs brauchbares Internet. Das ist zwischendurch nicht überall verfügbar… Aber es macht echt Spaß die Arbeit zu investieren, wenn man weiß, dass so viele andere auf neue Beiträge warten 🙂

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  2. Doreen sagt

    Liebe Familie Conradi,

    ganz begeistert verfolgen Johanna und ich eure spannende Reise. So tolle Bilder! – Da bekommt man gleich Fernweh 😉
    Wir wünschen euch weiterhin viele tolle Eindrücke und freuen uns, bald wieder von euch zu lesen!

    Liebe Grüße von eurer Flugbekanntschaft von Johannesburg nach Port Elizabeth – Johanna und Doreen aus Braunschweig!

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    • Liebe Doreen, liebe Johanna,
      schön, dass euch unser Blog gefällt. Nadira freut sich, auf diese Weise noch in Kontakt mit euch zu bleiben.
      Liebe Grüße, Jana und Nadira

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    • Liebe Doreen, liebe Johanna,
      toll, dass ihr weiter mit uns in Kontakt bleibt. Nadira freut sich auch sehr darüber!
      Viele Grüße aus Malaysia,
      Jana

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  3. Conradi, Reiner sagt

    Es war wieder sehr schön, Euren interessanten Reisebericht zu lesen und die tollen Fotos zu bestaunen – welch unterschiedliche Welten Ihr in so kurzer Zeit erlebt! Danke dafür – liebe Grüße an Alle und weiterhin viel Vergnügen!!!

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    • Danke! Wir erleben wirklich sehr unterschiedliche Welten. So richtig verarbeiten kann man die ganzen Eindrücke gar nicht gleich. Wenn ich jetzt die Fotos von Afrika sehe, kommt es mir schon wieder so unwirklich und weit weg vor…
      Aber genau diese Unterschiede wollten wir ja erleben und es ist total spannend!
      Liebe Grüße zurück!

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  4. Iasson V. sagt

    Hallo Jana, ihr habt echt den Godawa, G. getroffen? Klasse! Ich erinnere mich, dass ihr bei unserem letzten Treffen darüber gesprochen hattet. Super! Bleibt gesund weiterhin und viel Spass noch! Gruß an deine Familie!

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    • Hi Iasson,
      ja, es war total nett mit Gunnar und seiner Familie. Gut, dass wir das Treffen hatten, sonst hätte ich gar nicht gewusst, dass es ihn nach Doha verschlagen hat…
      Liebe Grüße zurück!

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  5. Loana sagt

    Schön, dass es euch überall so gut gefällt! Ich wünsche euch noch viel Spaß weiterhin. Liebe Grüße von allen Bozies

    Gefällt 1 Person

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