Südafrika
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Südafrika – die ersten Tage

Angekommen in Südafrika

Nach einem Frühstück im Flugzeug, landeten wir pünktlich um 7 Uhr in Johannesburg. An der Immigration hielten die Mädchen stolz ihr Kuscheltiere samt Pässen hin. Nach einem kurzen Zögern, lächelte die zuständige Frau und stempelte auch dem Teddy und dem Schaf ein Visum in den Pass. Nun dürfen auch die Beiden legal 90 Tage in Südafrika bleiben. Danach wurde es ein bisschen stressig, denn die nicht wahrgenommenen Flüge vom Vortag umzubuchen gestaltete sich schwierig. Obwohl wir schon in London am Schalter waren, gelang es uns nur gegen eine recht hohe Gebühr für Mittags einen Flug zu bekommen. Langsam zeigte sich bei allen die Erschöpfung. Vor allem Nils, der sowieso noch nicht ganz gesund war, ging es zunehmend schlechter. Die Wartezeit verbrachte er halb schlafend auf einer Sitzbank. Endlich im letzten Flugzeug sitzend, kam dann aber doch auch Vorfreude auf. Nicht mehr lange und wir würden da sein. So dachten wir zumindest… Leider mussten wir in Port Elizabeth feststellen, dass Avis unseren Mietwagen jemanden anders gegeben hatte. Und das, obwohl er schon bezahlt war und ich am Vortag aus London rechtzeitig gemailt hatte! Ich war ziemlich sauer und wir setzten uns mit unserem ganzen Gepäck und den Kindern vor den Schalter und erklärten, dass wir auf einen Ersatz warten würden. Nach etwa einer Stunde hatten sie es dann tatsächlich geschafft uns einen Van zu besorgen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir dann müde unsere Lodge.

Die Mädchen schliefen im Auto, aber die Jungs und wir waren doch geschockt, wie extrem die Schere in diesem Land auseinander klafft. Auf der einen Straßenseite Berge von Müll und Wellblechhütten, direkt daneben hohe Mauern und Zäune um schicke Wohnhäuser.

Dazwischen überall Kühe, Ziegen, Hühner, Hunde und auch Affen. Teilweise sogar mitten auf der Straße.

In der Lodge angekommen, wurden wir gleich von Nico, dem Manager, empfangen. Er zeigte und erklärte uns alles und verwöhnte uns dann mit einem tollen Abendessen (Impala). Dann wurde es sehr schnell ruhig in den Zimmern.

Am Nächsten Tag fuhren wir mit Nico in den Addo Elefanten Park. Wir hatten den ganzen Tag Zeit und es war noch besser, als wir es uns erhofft hatten. Wir sahen so viele Tiere und so nah! Die Elefanten und Zebras liefen so eng an unserem Auto vorbei, dass wir sie fast anfassen konnten. Alle machten Fotos, sogar Tamina wollte mein Handy haben und alles festhalten.

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Zurück in der Lodge sahen wir noch die Giraffen und dann wartete schon ein Jaccuzzi auf alle.

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Während die anderen gerne das Angebot wahrnahmen, ging ich nochmal los und genoss die Ruhe im weitläufigen Gelände.

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Immer wieder traf ich auf Impalas und Nyalas.

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Die Giraffen (es gibt 4 dort) fand ich an dem Abend leider nicht mehr.

In der Nacht wachten wir auf, weil es draußen stürmte und regnete. Es klang, als würde die Welt untergehen. Stundenlang prasselte der Regen und hörte auch morgens nicht auf. Glücklicherweise fand der Osterhase trotzdem seinen Weg zu uns und die Kinder fanden in den Zimmern ein paar Schokoeier. Nach einem leckeren Frühstück, beschlossen wir, trotzt Ostersonntag, einen Schultag einzulegen. Am großen Esstisch wurden die Arbeitshefte ausgepackt und gelernt. So richtig begeistert war erst niemand, nur Nadira fand das Englischheft super und wollte gar nicht mehr aufhören.

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Es regnete den ganzen Tag weiter, so dass wir den Unterricht nur für ein paar Sandwiches unterbrachen. Abends gingen wir früh ins Bett.

Der erste Krankenhausbesuch

Am Montag hatte es endlich aufgehört zu regnen. Es war soviel Wasser auf einmal gewesen, dass unten im Tal ein Fluss aufgetaucht war, der das letzte Mal vor 1,5 Jahren dort lang floss. Alle waren sehr glücklich darüber, denn in dieser trockenen Gegend ist das Wasser herzlich willkommen. Gerade letzte Woche erst, waren Tiere, auf Grund der Trockenheit, gestorben.

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Wir hatten für den Tag eigentlich mehrere Ausflüge geplant. Aber da ich leider starke Probleme mit meinem Bein hatte, beschlossen wir, nur morgens den Ausflug zu machen und danach mal ein Krankenhaus aufzusuchen. Nico fuhr mit uns in eine Geparden Aufzuchtstation. Dort kümmern sie sich um Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, oder von ihren Besitzern abgegeben werden.

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Es war sehr interessant, da während der Führung auch sehr viel erklärt wurde. Wir kamen auch zu einem Gehege mit zwei Löwen, die sofort Tamina erspähten und als mögliche Beute erkannten. Als sie zu nah am Zaun stand, sprang der eine Löwe plötzlich auf sie zu. Thomas bekam trotzt des Zaunes Angst und zog sie schnell weg. Aber auch alle anderen in der Gruppe bekamen einen Schreck. Beim Höhepunkt der Führung, durften Nadira und Tamina dann auch nur auf unserem Arm mit ins Gehege einer jungen Gepardin.

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Diese war sehr verspielt und wir mussten sie viel streicheln und kraulen. Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl und war froh, als alle wieder gesund draußen waren.

Anschließend fuhren wir zurück zu Lodge. Nico empfahl uns ein Privates Krankenhaus in Uitenhage. Dort fuhren wir dann auch hin.

Vor dreizehn Jahren hatte ich eine tiefe Beckenvenenthrombose im Wochenbett. Damals musste ich für über 4 Wochen auf die Intensivstation und diese Erfahrung hat uns sehr vorsichtig gemacht. Bevor wir die Weltreisetickets gebucht haben, war ich bei meiner Ärztin. Diese hat mir für die Flüge Kompressionsstrumpfhosen und Tabletten zur Blutverdünnung verschrieben. Außerdem habe ich alles so gemacht, wie es empfohlen wird. Viel getrunken, Fußgymnastik, immer mal wieder den Gang auf und ab gehen…

Das alles habe ich der netten Ärztin im Krankenhaus geschildert, auch, dass mein Bein nun trotzdem 5cm dicker ist, als das andere. Nach einer kurzen Untersuchung bekam ich noch Blut abgenommen und dann erklärten sie mir, dass ich doch bitte nach Port Elizabeth ins Krankenhaus fahren solle, denn ich müsse sicher stationär aufgenommen werden und es gäbe dort auch die moderneren Apparate.

Jetzt bekamen wir doch alle Angst. Zum Glück ist die Fahrt nur ca. 45 min, aber uns kam sie ewig vor. Auch in PE in der Klinik waren alle sehr freundlich. Dort bekam ich nun auch den Ultraschall.

Der Arzt war nett und hatte inzwischen auch die Blutwerte. Der Wert, der eine Thrombose anzeigt, war leicht erhöht. Da auch im Ultraschall nichts richtig zu finden war, geht der Arzt jetzt davon aus, dass ich eine beginnende Thrombose habe. Ich nehme jetzt hochdosiert Blutverdünner und muss in Kapstadt erneut ins Krankenhaus. Aber ich durfte mit den anderen wieder mitfahren. Das hatten wir nicht mehr zu hoffen gewagt und so waren alle überglücklich. Während ich die Untersuchungen hatte, waren die Kinder mit Thomas einkaufen und haben mir sogar einen Lindthasen gekauft 😉

Eigentlich wären wir diese Nacht zelten gewesen, aber weil alles noch so nass war, haben wir eine Nacht in der Lodge verlängert. Das war auch gut so, weil es schon dunkel war, als wir endlich aus PE zurückfuhren. Nico wartete schon mit dem Abendessen auf uns, diesmal gab es etwas mit Blessbock. Für die nächste Nacht hat er uns eine Unterkunft bei einem Freund von ihm organisiert. So können die Zelte bis nach Kapstadt eingepackt bleiben.

Entlang der Garden Route – 1

Der Abschied von Nico war sehr herzlich. Er hat uns viel erzählt und erklärt und sich immer Zeit für die Kinder genommen.

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Da wir möglichst wenig Zeit im Auto verbringen wollen, müssen wir uns einige wenige Punkte aussuchen, die wir angucken. Unser erstes Ziel war Jeffreys Bay, ein bekannter Surferspot. Dort hielten wir erst an einem etwas abgelegenen Strand an und fanden wunderschöne Muscheln. Danach fuhren wir ins Zentrum und verbrachten ein paar Stunden am Strand und im Muschelmuseum.

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Auf dem Weg zu Nicos Freund kamen wir durch sehr abwechslungsreiche Gegenden. An tollen Aussichtspunkten hielten wir immer mal wieder an. Hinter Plettenberg Bay nahmen wir die falsche Abfahrt und machten unsere erste Erfahrung mit richtig schlechten Schotterstraßen. Irgendwann drehten wir um und erreichten dann doch noch das Backpacker-Anwesen von Gerald. Wunderschön im Wald gelegen, mit unzähligen Rehen und vielen Hunden. Auch Schweine laufen dazwischen herum und für unsere Vier war es das Paradies. Wir bekamen ein eigenes Holzhaus und sogar frische Blumen standen auf der Anrichte.

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Fürs Frühstück bekamen wir noch Obstsalat und Vanillepudding vorbeigebracht und Gerald fragte uns, ob wir vielleicht Lust hätten, am nächsten Tag, gemeinsam mit ihm und seinen Kindern, einen Ausflug zu machen.

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Wir sind immer wieder erstaunt, wie freundlich und offen die Menschen überall sind, wenn man selbst offen auf sie zugeht. Ich bin so froh, dass unsere Kinder diese Erfahrung machen dürfen.

Heute morgen sind alle früh wach gewesen und während wir ein bisschen umgepackt haben, waren die Vier schon draußen unterwegs. Um 9 Uhr sind wir dann hinter Gerald hergefahren zu einem Strand, wo wir die Autos lassen konnten. Außer Gerald und uns waren noch seine Tochter Schine, sein Sohn Quintin und Ian, der bei ihnen wohnt, mit. Jesco hat sich gleich gut mit Quintin verstanden und so sind die zwei zusammen vorgelaufen. Es war eine echt abenteuerliche Klettertour, auf schmalen Pfaden den Klippen entlang. Alles war sehr feucht und so musste man sehr gut aufpassen, um nicht abzurutschen. Dafür wurden wir mit traumhaften Aussichten belohnt. Gegen Mittag suchten alle Muscheln und wir machten ein Feuer, um diese zu grillen. Mit Tabasco und Pfeffer einfach sehr lecker. Bis auf Jesco mögen die Kinder aber Muscheln nicht so gerne.

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Die Wellen im Meer waren sehr stark, deshalb führte Quintin die anderen zu einem Gezeitenpool, wo sie viel Spaß im doch sehr kühlen Wasser hatten.

Wir hatten interessante Gespräche. Jeder Mensch hat seine Geschichte und Teile davon zu erfahren, ist immer wieder spannend.

Leider ging auch dieser schöne Tag schnell vorbei. Zum Dank für alles, spielten die Kinder noch ein paar Lieder vor. Auch Nico hatte sich schon darüber gefreut und Gerald holte sogar seine Angestellten dazu. Die Kinder verteilten, wieder einmal, die von meiner Schwester gestalteten Visitenkarten. Sie sind sehr stolz darauf und machen immer vorher aus, wer denn diesmal eine abgeben darf. Vielleicht schaffen wir es ja, wirklich mit dem ein oder anderen in Kontakt zu bleiben.

Heute Abend mussten wir nicht mehr so weit fahren. Wir schlafen diese Nacht oberhalb von Wilderness in einem sehr schönen Bungalow. Es gibt in der Anlage sogar einen Pool und danach haben alle noch gemütlich gebadet und Jesco hat mit Thomas noch leckere Spaghetti gekocht.

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Ich konnte meinen Computer endlich wieder aufladen und weiter schreiben. Hoffentlich haben wir morgen Internet, dann können wir die Artikel und ein paar Bilder hochladen.

6 Kommentare

  1. Hallo,Ihr Lieben, vielen Dank für diesen tollen Bericht. Wir freuen uns, dass Ihr so tolle Eindrücke und schöne Erfahrungen machen konntet.Jana, wir wünschen Dir schnelle Besserung mit Deinem Bein und hoffen, dass bald wieder alles in Ordnung ist. Viele liebe Grüße von Heidrun und Reiner (Nonna und Nonno)

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  2. Arnold, Olaf sagt

    Hallo Ihr Abenteurer, auch wir haben alle gespannt Eure ersten Eindrücke und Berichte gelesen, die Fotos sind toll. Jana wir wünschen Dir ebenfalls, dass Dein Bein schnell wieder ok ist und Du schmerzfrei weiterreisen kannst. Alles Liebe aus dem fernen Odenwald von den Arnold`s

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  3. olio sagt

    Mädels, Jungs, Jana und Tom,
    genauso habe ich mir das vorgestellt: ein Jahr ordentlicher Urlaub – wie wollt Ihr die Kids jemals wieder in die Schule bewegen wollen? Meine jedenfalls würden jederzeit tauschen… passt mir gut auf Jana auf und sagt rechtzeitig Bescheid, wenn wir eine ‚TNW-rescue-Mission‘ starten sollen. Falls Ihr noch einen Abstecher nach Addis machen wollt, sagt Bescheid – ich kümmere mich dann. Ach ja, falls ihr noch einmal Ärger mit der Autovermietung haben solltet: Bescheid sagen und den Anbieter wechseln. Ich kenne da einen… Weiterhin Ahoi von allen an alle Nerds, Gruß olio

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    • Thomas sagt

      Reisen, Oli Reisen :-),
      nicht nur faulenzen sondern auch Alltag wie Kochen, Spülen, kranke Kinder, etc. und ob du es glaubst oder nicht, die Kinder sitzen gerade an ihren Schulheften. Aber ihr könnt gerne noch dazu kommen…
      Grüße an Deine Familie und den Rest der Band, Thomas

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